Friefhofskapelle St. Sebastian u. St. Wendelin

Quelle: Ch. Würtz

 
 
Friedhofskapelle St. Sebastian Feldhausen
 
Mit der Sebastianskapelle besitzt Feldhausen ein zweites, schmuckes Gotteshaus. Es liegt am nordöstlichen Dorfrand neben dem Friedhof, der zeitgleich mit der Kapelle als äußerer Friedhof (im Unterschied zum inneren bei der Pfarrkirche) angelegt wurde. So dient die Sebastianskapelle bis heute als Friedhofskapelle. Sie steht seit 1975 im Eigentum der politischen Gemeinde.
1590/92 ließen sie die Bewohner von Feldhausen und Harthausen mit Unterstützung der Familie von Speth und insbesondere durch Dorothea von Speth und deren Tochter Margaretha erbauen. Ursprünglich hatte die Kapelle die Heiligen Fabian, Sebastian und Dorothea als Patrone. Später verdrängte dann der heilige Wendelin die heiligen Fabian und Dorothea.
 
Über die Sebastianskapelle schreibt Manfred Hermann: „In seiner schlichten Ausführung erinnert der Bau an die 1595 wiedererstandene Gammertinger Michaelskapelle, an der wohl die gleichen Handwerker wie in Feldhausen beschäftigt waren. Sehr viel reicher ist dagegen die gleichzeitig erbaute Neufraer Muttergotteskapelle. Immerhin finden sich in Feldhausen neben dem Eingang und auf der Südseite drei dort so charakteristische Nischen mit sogenannten Eselsrücken-Bögen. Über dem Giebel sitzt wie bei den übrigen Kapellen ein achteckiger Dachreiter mit welscher Haube.
Um 1750 scheint die Kapelle gründlich renoviert und dem Zeitgeschmack angepasst worden zu sein.
1978 baute man an die Kapelle im Süden eine Leichenhalle an.
Außer der Glocke ist von der ursprünglichen Ausstattung nichts mehr erhalten. Lediglich hinter einem Seitenaltar konnte eine frühere Bemalung entdeckt werden, die darauf schließen lässt, dass ursprünglich die Seitenaltäre einfach auf die Wand aufgemalt waren.
Älteste erhaltene Ausstattungsstücke im Inneren sind die beiden Seitenaltäre aus dem Jahr 1723, die der heiligen Maria und dem heiligen Wendelin geweiht sind.
Der Hochaltar kam dann 1791 in die Kapelle.
Die Mittelnische nahm ursprünglich die Madonna aus der Werkstatt Michael Erharts auf, die heute in der Pfarrkirche ihren Platz gefunden hat. An ihrer Stelle steht nun eine deutlich kleinere Madonna aus der Zeit um 1900. An der linken Wand des Kirchenschiffs hat sich noch ein altes Kreuz erhalten.
 
Quellen:
Gotteshäuser auf der Alb (Christian Würtz)