
Quelle: Ch. Würtz
Pfarrkirche St. Martin
Kettenacker St. Martin
Kettenacker als Ort, sowie die dortige Kirche werden erstmals urkundlich im Jahr 1194 genannt. Damals stellte der Papst Coelestin III. dem Kloster Salem eine Urkunde aus. Danach gehörten dem Kloster die Kirche mit dem Zehnten und ihren Besitzungen sowie ein Hof. Tatsächlich dürfte der Ort aber um einiges älter sein. Darauf weist nicht zuletzt das Kirchenpatrozinium St. Martin hin.
Dieses Patrozinium findet sich vor allem bei Kirchen, die in der fränkischen Zeit gegründet wurden, also im 7. Und 8. Jahrhundert. Das Martinspatrozinium ist für Kettenacker urkundlich aber erst 1417 genannt, während Kettenacker als Pfarrei seine Ersterwähnung im Liber decimatonis, einem Zehntbuch der Diözese Konstanz, im Jahr 1275 findet.
Über die ersten Kirchbauten in Kettenacker wissen wir nichts.
Um 1600, spätestens 1612 war die Kirche neu erbaut worden, 1738 erweiterte man die Kirche durch einen Chor. 1894 erfolgte dann noch der Anbau einer Sakristei.
Schon in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es Pläne, die zu kleine und auch feuchte Kirche zu erweitern oder durch einen Neubau zu ersetzen.
Schließlich konnten die Neubaupläne aber dank der Großzügigkeit der politischen Gemeinde dann doch in den Jahren 1954/56 umgesetzt werden.
Die alte Kirche wurde abgerissen und ihrer Stelle nach den Plänen des Konstanzer Baurats Max Schätzle ein Neubau errichtet.
Die feierliche Konsekration der Kirche fand am 14. Oktober 1954 durch Erzbischof Eugen Seiterich statt. Die Kirche erhielt dabei, wie seit eh und je, als Hauptpatron den Heiligen Martin, als Nebenpatrone kamen der Heilige Fidelis von Sigmaringen und der Heilige Sebastian hinzu.
Zuletzt wurde die Kirche 1981 innen und 2004 außen renoviert, der Kirchplatz erhielt 2008 seine heutige Gestalt.
In der Kirche befindet sich noch weitgehend die Ausstattung des Vorgängerbaus mit dem Hochaltar, den beiden Seitenaltären und der Kanzel.
Zum Kirchenschatz gehören eine Monstranz aus der Zeit um 1760/80, ein Wettersegenkreuz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, ein Kelch von 1790/1800, sowie ein reich geschmücktes Ziborium aus dem Jahr 1905.
Zwei der neun Priester (Wilhelm Biener und Richard Biener), die Kettenacker neben zahlreichen Ordensschwestern zwischen 1859 und 1958 hervorbrachte, haben ihre Messkelche ihrer Heimatgemeinde vermacht, ebenfalls Pfarrer Herbert Hoffmann, der in Kettenacker seinen Ruhestand verbrachte.
Daneben gehören ein mit Bergkristallen verzierter Kelch mit einer dazugehörenden Hostienschale, ein kleines Ziborium sowie 4 Altarleuchter aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Kirchenschatz Kettenackers.
Im Jahr 1912 wurde noch eine Weihnachtskrippe angeschafft.
Das Glockengeläut der Pfarrkirche St. Martin in Kettenacker können Sie anhören unter
www.ebfr-glocken.de und auf der nationalen Glockendatenbank
www.createsoundscape.de
Neben einer allgemeinen Kurzbeschreibung finden Sie hier weiterführende Informationen als Audio-, Foto-, pdf- und in einigen Fällen auch als Videodateien.

Quelle: privat
Georgskapelle

Quelle: privat
St. Georgs Kapelle Kettenacker
Auf einer kleinen Anhöhe liegt rund 1 km südlich des Ortskerns die St. Georgskapelle. Sie steht im Eigentum der politischen Gemeinde.
Erstmals 1661 erwähnt, wird sie dabei aber als mittellos und ruinös bezeichnet. Um 1700 scheint sie dann neu errichtet worden zu sein. 1849 fand eine gründliche Renovation statt, bei der auch ein Vorbau angebracht wurde. An der Decke im Vorbau ist vom Beuroner Malermönch Tutilo ein Engel gemalt, der ein Spruchband in seinen Händen hält: „O Gott, erhöre mein Gebet“.
Bei einer erneuten Renovation 1954 wurde auch das Innere der Kapelle von P. Tutilo ausgemalt. An der Decke sind die vierzehn Nothelfer dargestellt, sowie Jesus auf den Schultern des Hl. Christopherus, Maria, ein musizierender Engel, der Heilige Geist in Gestalt einer Taube und Gott Vater.
Auf einem Spruchband kann man folgendes Gebet lesen: „St. Georg schütze diesen Ort, o jage alles Böse fort, in Not uns Hilfe bringe, das Gotteslob erklinge.“
Über dem Altar ist ein Gemälde des Heiligen Georg, der als Ritter gerade den Drachen, Sinnbild für das Böse, besiegt. Auf der Fahne an der Lanze steht: „Christus siegt!“
Auf der Vorderseite des Altartisches ist zwischen den griechischen Buchstaben Alpha und Omega das apokalyptische Lamm über dem Buch mit den sieben Siegeln zu sehen. In der Offenbarung des Johannes ist das Lamm ein Zeichen für Jesus Christus, der wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde. Darunter ist zu lesen: „Dass wir die Frucht deiner Erlösung immer in uns erfahren.“
An der Wand neben dem Altar ist eine Pieta des Zwiefalter Bildhauers Andreas Kleß angebracht, die früher auf dem neugotischen Altar stand.
Auf den Apostelkreuzen, die ringsum an der Wand verteilt sind, sind die Namen der 12 Apostel zu lesen.
1957 ließen Bürger Kettenackers in Heilbronn eine kleine Glocke für die Kapelle gießen. An Pfingsten 2007 wurde ein Kreuz vor der Kapelle gesegnet, das zuvor als Grabkreuz diente.
Quelle: Gotteshäuser auf der Alb von Christian Würtz
